Asthma ist eine chronische Atemwegserkrankung, bei der die Bronchien dauerhaft entzündet und verengt sind. Diese Entzündung führt zu einer Überempfindlichkeit der Atemwege gegenüber verschiedenen Reizen. Die Ursachen sind vielfältig und umfassen sowohl genetische Veranlagung als auch Umweltfaktoren wie Allergene, Luftverschmutzung oder Infekte der Atemwege.
Typische Asthma-Symptome zeigen sich durch:
Man unterscheidet zwischen allergischem Asthma, das durch Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare ausgelöst wird, und nicht-allergischem Asthma, das durch Infekte, kalte Luft oder Stress entstehen kann. Weitere Auslöser sind körperliche Anstrengung, bestimmte Medikamente oder chemische Dämpfe. Ein Arztbesuch ist dringend erforderlich bei plötzlicher schwerer Atemnot, bläulichen Lippen oder wenn herkömmliche Medikamente nicht mehr wirken.
Bei akuten Asthmaanfällen sind schnell wirkende Bronchodilatatoren, sogenannte Reliever-Medikamente, lebensrettend. Diese Notfallmedikamente erweitern die verengten Atemwege innerhalb weniger Minuten und erleichtern die Atmung erheblich. Sie sollten immer griffbereit sein und richtig angewendet werden.
Salbutamol (bekannt als Ventolin oder Sultanol) ist der am häufigsten verwendete Wirkstoff für die Akutbehandlung. Terbutalin (Bricanyl) wirkt ähnlich schnell und zuverlässig. Ipratropiumbromid (Atrovent) wird oft zusätzlich eingesetzt, besonders wenn andere Bronchodilatatoren nicht ausreichend wirken.
Die korrekte Inhalationstechnik ist entscheidend für den Behandlungserfolg:
Bei schweren Anfällen, die nicht auf die erste Medikamentengabe ansprechen, sollte sofort der Notarzt unter 144 verständigt werden. Bewahren Sie Ruhe und setzen Sie sich aufrecht hin.
Die Dauertherapie bildet das Fundament einer erfolgreichen Asthmakontrolle und zielt darauf ab, die chronische Entzündung der Atemwege zu reduzieren und Asthmaanfälle zu verhindern. Controller-Medikamente müssen regelmäßig und langfristig eingenommen werden, auch wenn keine akuten Beschwerden vorliegen.
Als Goldstandard der Asthmatherapie wirken inhalative Kortikosteroide wie Budesonid, Beclometason und Fluticason entzündungshemmend und reduzieren die Überempfindlichkeit der Bronchien. Diese Medikamente sind in verschiedenen Dosierungen verfügbar und werden individuell an den Schweregrad der Erkrankung angepasst.
Moderne Kombinationspräparate wie Seretide, Symbicort und Foster vereinen inhalative Kortikosteroide mit langwirksamen Bronchodilatatoren (Formoterol, Salmeterol) in einem Inhalator. Leukotrienrezeptor-Antagonisten wie Montelukast bieten eine orale Therapieoption, besonders bei allergischem Asthma.
Die Wahl des geeigneten Inhalationsgeräts ist entscheidend für den Therapieerfolg. Verschiedene Inhalatortypen erfordern unterschiedliche Inhalationstechniken und sind je nach Alter, körperlicher Verfassung und Koordinationsfähigkeit des Patienten zu wählen.
Dosieraerosole (MDI) sind weit verbreitet und können mit Spacern kombiniert werden, um die Inhalation zu erleichtern und die Wirkstoffverteilung zu verbessern. Pulverinhalatoren wie Turbohaler, Diskus oder Breezhaler erfordern einen kräftigen Atemzug und funktionieren ohne Treibgas. Für schwere Fälle oder kleine Kinder eignen sich elektrische Vernebler.
Häufige Fehler wie zu schnelle Inhalation, unvollständige Koordination oder vergessenes Schütteln können die Wirksamkeit erheblich reduzieren.
Asthma bei Kindern erfordert einen besonderen Behandlungsansatz, da sich Kinderasthma in mehreren Aspekten vom Erwachsenenasthma unterscheidet. Kinder haben oft andere Auslöser, zeigen verschiedene Symptommuster und benötigen altersgerechte Therapiekonzepte.
Die Medikamentenwahl und Dosierung muss sorgfältig an das Alter und Gewicht des Kindes angepasst werden. Dabei sind die österreichischen Leitlinien zur Kinderbehandlung zu beachten. Kindgerechte Inhalationshilfen wie Spacer oder Vernebler erleichtern die korrekte Anwendung und verbessern die Wirksamkeit der Therapie.
Eine umfassende Elternschulung ist essentiell für den Behandlungserfolg. Eltern müssen lernen, Symptome zu erkennen, Medikamente korrekt zu verabreichen und Notfallsituationen zu meistern. Die Integration der Asthma-Behandlung in Kindergarten und Schule erfordert enge Zusammenarbeit mit Betreuungspersonen und Lehrern.
Neben der medikamentösen Therapie spielen Lebensstiländerungen und präventive Maßnahmen eine zentrale Rolle in der Asthma-Behandlung. Diese ergänzenden Ansätze können die Symptomkontrolle erheblich verbessern und die Lebensqualität steigern.
Die Allergenkarenz ist besonders wichtig: Hausstaubmilben, Pollen und Tierhaare sollten soweit möglich gemieden werden. Regelmäßiges Lüften, allergenfreie Bettwäsche und Pollenfilter können die Belastung reduzieren. Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken sind für Asthmatiker in Österreich besonders empfohlen.
Sport und körperliche Aktivität sind ausdrücklich erwünscht und verbessern die Lungenfunktion. Schwimmen, Radfahren und Walking sind besonders geeignet. Eine ausgewogene Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien kann entzündungshemmend wirken.